Stadtteil-Chronik

Findorff hat seinen Namen von Jürgen Christian Findorff (1720-1792), der die Kolonisierung des Teufelsmoores entscheidend vorantrieb.

1159
Im »Weidebrief« des Erzbischofs Hartwig wird die Fläche des heutigen Findorff einschließlich Bürgerpark und Stadtwald als gemeine Weidefläche erwähnt, d.h. sie war für alle Bürger nutzbar.

1750
Die Plantage wird als prunkvoller Sommersitz nahe der heutigen Bürgerweide von einem Bremer Kaufmann gebaut.

1802
Umbau der Plantage zu einem Ausflugsort

1817–26
Bau des Torfkanals mit Hafenbecken nahe der Plantage

1847
Bau eines neuen Hafenbeckens an der heutigen Theodor-Heuss-Allee.
Eröffnung der Eisenbahnlinie Hannover–Bremen und des Hannoverschen Bahnhofs westlich des heutigen Bahnhofs.

1854 
Bau der Gasanstalt im Bereich der heutigen Theodor-Heuss-Allee/Gustav-Deetjen-Allee. 1901 wird das Gaswerk nach Woltmershausen verlegt.

ab 1863
Private Wohnungsbauunternehmen bauen die ersten Mietshäuser für Eisenbahnarbeiter an der Plantage und an der Buschstraße.

1870
Das neu entstehende Wohngebiet wird von der stadtbremischen Verwaltung nicht als eigener Stadtteil betrachtet, sondern zur Bahnhofsvorstadt gerechnet oder als nördliche Bahnhofsvorstadt bezeichnet.

1873
Der Torfhafen wird zur Eickedorfer-/Neukirchstraße verlegt. Bau des Hamburger Bahnhofs auf der Bürgerweide

1875
Findorff hat ca. 2500 Einwohner.

1879–82
Bau des städtischen Schlachthofs

1889
Eröffnung des Hauptbahnhofs

1892
Die Findorffstraße erhält ihren Namen.

1893
Eröffnung des ersten städtischen Elektrizitätswerks an der heutigen Theodor-Heuss-Allee.
Gründung des »Eisenbahn Spar- und Bauvereins«, um die Wohnungsnot zu lindern und dem Bauspekulantentum entgegenzutreten.

Ende 19. Jh.
Das Gebiet Bahnlinie–Hemmstraße–Neukirchstraße–Findorffstraße ist mit ein- und zweigeschossigen Häusern bebaut. Wichtigster Bauträger ist der »Eisenbahn Spar- und Bauverein«. In Findorff lassen sich viele Beamte und Angestellte nieder. Der Volksmund bezeichnet das Quartier bereits als Findorff.

1900
Eröffnung der Schmalspureisenbahn Bremen–Tarmstedt, der Jan-Reiners-Bahn, die Ecke Hollerallee/Gustav-Deetjen-Allee endet.

1902
Gründung des Bürgervereins Findorff

1906/07
Bau der »Misslerhallen« an der Hemmstraße, in denen Auswanderer aus den osteuropäischen Ländern bis zu ihrer Abreise nach Bremerhaven untergebracht werden.

1912
Findorff hat ca. 10000 Einwohner.

1915/16
Bau des Pumpwerks an der Bayernstraße

1916
Das Parzellengebiet »In den Hufen« entsteht, um die schlechte Versorgungslage zu lindern.

1933
In den Misslerhallen errichten die Nazis Bremens erstes Konzentrationslager.

1934
Der Freimarkt wird von der Neustadt auf die Bürgerweide verlegt.

1951
Der Name Findorff wird amtlicher Name für den Stadtteil.

1954
Stilllegung der Jan-Reiners-Bahn

1960
Findorff hat 35870 Einwohner.

1976–80
Verlegung des Schlachthofs nach Oslebshausen. Die meisten Hallen werden abgerissen. In der Markt- und Kesselhalle und im Turm wird ein Kulturzentrum eingerichtet.

1987
Die Bürgerweide und der Nordausgang des Bahnhofs kommen zum Stadtteil Findorff.

nach 1990
Auseinandersetzungen um die Bebauung des Gebiets Weidedamm III. Im Januar 1995 erfolgt die einvernehmliche Räumung des Parzellengebiets und die anschließende Bebauung mit unterschiedlichen Haustypen.